
Eine spannende und sehr detaillierte Ausführung unserer OV-Geschichte.
Vielen Dank an unseren Genossen und ehemaligen Pressesprecher Hans Thierauf, der diesen Text in mühevoller Kleinarbeit zusammengestellt hat.
Erste Anfänge
Memmelsdorf war seit jeher ein Dorf der Arbeiter, der Kleinbauern und der Handwerker. Seit
1869 gab es im benachbarten Bamberg einen sozialdemokratischen Verein, der seinen
Schwerpunkt in der Verbesserung der sozialen Lage der Arbeiterschaft sah. Diese
sozialdemokratischen Ideen strahlten natürlich auch ins Bamberger Umland aus. Der
Beobachtung von sozialdemokratischen Aktivitäten durch die Polizei während des
Sozialistengesetzes („Gesetz gegen die gemeingefährlichen Bestrebungen der
Sozialdemokratie“) von 1878 – 1890 ist es zu verdanken, dass wir heute von den Anfängen
sozialdemokratischen Wirkens in Memmelsdorf Bescheid wissen. Im Jahr 1885 fanden
mehrmals Versammlungen von Arbeitern, in denen es um Lohnerhöhungen und
Verbesserung der Arbeitsbedingungen ging. Treibende Kraft war der spätere Bamberger
SPD-Vorsitzende Johann Zeder, von Beruf Rothgerber und der Memmelsdorfer
Maurergeselle Georg Leicht.
In der ersten Versammlung am 26. April 1885 fanden sich 28 Teilnehmer in der
Gastwirtschaft „Krone“ ein. Bei einer Versammlung am 5. Juni 1885 war als Redner der
Nürnberger frühere Schuhmacher und damalige Leistenschneider Johann Kaspar Siebert
anwesend, der den Behörden schon seit einiger Zeit als Agitator in der politischen Bewegung
bekannt gewesen war.
Erst 1890 findet man weitere aktenkundige Aktivitäten Memmelsdorfer Sozialdemokraten.
Außer in Hallstadt und Hirschaid habe auch in Memmelsdorf eine sozialdemokratische
Versammlung zur Reichstagswahl stattgefunden.
In der Reichstagswahl im Februar 1890 – noch unter dem Sozialistengesetz – erreichte die
SPD reichsweit 20 Prozent der Stimmen und wurde stärkste Fraktion im Reichstag. Das
Sozialistengesetz war wirkungslos geworden und wurde aufgehoben.
Die Bespitzelung von „sozialdemokratischen Umtrieben“ hielt aber weiterhin an, noch über
1907 hinaus. Auch in den folgenden Jahren nach 1890 kann davon ausgegangen werden,
dass durch die Nähe zu Bamberg, Memmelsdorf ein beliebter Treffpunkt geblieben ist und
dass die Bamberger Sozialdemokraten auch in Memmelsdorf bei den Wahlkämpfen
agitatorisch tätig waren. Eine erste Keimzelle bildete sich 1902 mit der Gründung des frei-
gewerkschaftlichen Verbandes der Maurer in Memmelsdorf.
Gründung des SPD-Ortsvereines Memmelsdorf
Nach einer kurzen Phase der organisatorischen Vorbereitung kam es am 7. Juni 1907 zur
Gründung des SPD-Ortsvereines Memmelsdorf. Es traten dabei dem Verein 18 Mitglieder
bei, von denen namentlich bekannt sind: Pankraz Stöcklein, Weichendorf, Georg Söllner,
Franz Böhm, Johann Saal, Johann Böhm, Peter Laukmann und Georg Neuhöfer, alle aus
Memmelsdorf. Als 1. Vorsitzender wurde Georg Neuhöfer gewählt.
Von Anfang an hatten die Memmelsdorfer Sozialdemokraten im Dorf allerlei Feinde und
Widerstände. Als z.B. das Bezirksamt Bamberg plante, den Polizeiposten in Memmelsdorf
aufzulösen, reichte die Gemeindeverwaltung ein Gesuch ein, mit der Bitte, die Gendarmerie
im Ort zu belassen, „auch zum Schutze gegen die Sozialdemokratie, weil sie bei der letzten
Gemeindewahl 52 Stimmen zusammenbrachte.“ Aber auch der Memmelsdorfer Pfarrer
polemisierte gegen die Memmelsdorfer Sozialdemokraten wie auch gegen die in der
Gewerkschaft organisierten Maurer.
Neben diesem agitatorischen „Kleinkrieg“ versuchte der SPD-Ortsverein mit der Gründung
eines weiteren Vereines, der aus der sozialdemokratischen Wurzel entstanden war, seine
Organisationskraft zu stärken. 1908 wurde ein Arbeiter-Radfahrerbund „Solidarität“
gegründet, dessen Gründungsmitglieder Georg Neuhöfer, Peter Laukmann, Hans Bauer und
Georg Friedmann waren.
Die SPD-Mitgliederzahl stieg 1909 von bisher 41 Mitglieder auf 60 Mitglieder an. 1911 waren
es 67 Mitglieder, 1913 dann 75 Mitglieder, alle Mitglieder waren Männer.
Als 1914 der erste Weltkrieg ausbrach und viele Mitglieder der SPD eingezogen worden
waren, kam die Arbeit der Memmelsdorfer SPD weitgehend zum Erliegen. Die bislang als
vaterlandslosen Gesellen gescholtenen Sozialdemokraten erfüllten in der Stunde der Gefahr
ihre Pflicht.
Nach 1918 bis zum SPD-Verbot durch die Nazis 1933
1918 – nach dem verlorenen Ersten Weltkrieg – hielt die neue Zeit im Bamberger Raum
ihren Einzug mit der Bildung von Arbeiter- und Bauernräten. In Bamberg hatte sich am 15.
November 1918 unter dem Vorsitz des Bamberger SPD-Vorsitzenden Konrad Mörsberger
und dem Vorsitzenden des Gewerkschaftskartells Johann Steitz ein „Arbeiter-, Bürger- und
Soldatenrat“ gebildet. Diese Aktivitäten hatten ihre Auswirkungen auf Memmelsdorf. Es
fanden mehrmals Versammlungen in Memmelsdorf statt. Der seit 1907 tätige SPD-
Vorsitzende Georg Neuhöfer hatte auf Grund seiner gewerkschaftlichen Tätigkeit eine gute
Verbindung zu Johann Steitz. Neuhöfer trat für eine friedvolle Revolution in seiner Gemeinde
ein.
Am 1. Mai 1919 führten SPD, die Räte und die Gewerkschaften mit Umzügen und
Versammlungen dem staunenden Bürgertum den Wandel der Machtverhältnisse vor Augen.
Am 15. Juni 1919 standen Kommunalwahlen an. Die Memmelsdorfer Sozialdemokraten
verbuchten nach einem verbissenen Wahlkampf einen großen Erfolg. Neben 7 Bürgerlichen
zogen 5 SPD-Gemeinderäte in den Gemeinderat ein.
Bei den ersten Wahlen zum Deutschen Reichstag erzielten in Memmelsdorf die Bayerische
Volkspartei 186 Stimmen, die damalige Mehrheits-SPD 126 Stimmen und die Unabhängige
SPD 47 Stimmen.
In den kommenden Jahren entwickelte sich bei der Memmelsdorfer SPD eine rege
Veranstaltungstätigkeit. Alle zwei Monate traf man sich, um über aktuelle lokale wie
reichspolitische Themen zu sprechen. Auch die Organisationskraft wurde gestärkt.
Mit 44 Männern wurde ein Arbeitergesangverein „Vorwärts“ in der Gemeinde gegründet.
Am 23. 7. 1922 sprach der Bamberger SPD-Parteisekretär Josef Dennstädt auf einer
Versammlung in Memmelsdorf, in der er lobte: „Die Memmelsdorfer Parteibewegung kann
als Muster für alle anderen Orte dienen.“
1922 zählte die Memmelsdorfer SPD 104 männliche Personen in ihren Reihen, immer noch
keine Frauen. 1923 kam dann die Inflation und diese massive Geldentwertung wirkte sich
sehr negativ auf den Mitgliederstand aus. Zum 31. 3. 1925 sank die Mitgliederzahl auf 52
Männer, aber jetzt schon 3 Frauen. Weiterhin waren für die SPD 5 Räte im Gemeinderat.
1927 feierte der Ortsverein das 20-jährige Gründungsfest, Vereinsvorsitzender war immer
noch Georg Neuhöfer. Es wurde in feierlicher Weise eine neue Fahne enthüllt, die auch
heute noch im Besitz des Ortsvereines ist.
In der Jahreshauptversammlung am 22. Januar 1928 wurde auch von einem Ortsverein in
Merkendorf berichtet. Näheres ist nicht zu erfahren, anzunehmen ist, dass es 1926/27 zu
einer Gründung gekommen war.
Bei der Reichstagswahl am 20. Mai 1928 erreichte die SPD in Memmelsdorf erstmals die
Mehrheit. Sie erhielt 199 Stimmen, die BVP kam auf 195 und die Nationalsozialisten auf 21
Stimmen.
Die Weltwirtschaftskrise von 1929 brachte in Deutschland ein Heer von Millionen von
Arbeitslosen. Not und Verzweiflung breitete sich aus. 1929 waren Gemeinderatswahlen. Die
Memmelsdorfer SPD erhielt nur 4 Sitze, 8 Gemeinderatssitze entfielen auf die BVP. Etwas
günstiger fiel die Bezirkstagwahl (heute Kreistagswahl) aus, Georg Neuhöfer wurde wieder in
den Bezirkstag (Kreistag) gewählt.
Der heutige Ortsteil Merkendorf war damals noch eine selbständige Gemeinde. Die
Parteigenossen in Merkendorf feierten bei dieser Gemeinderatswahl unter ihrem ersten
Vorsitzenden Josef Tuttor einen Erfolg. Sie erreichte 3 Sitze, die Bayerische Volkspartei
hatte ebenfalls 3 Sitze. Die eigentliche Überraschung war die Wahl des SPD-Kandidaten
Joseph Fiedler zum ersten Bürgermeister.
Auf der Jahreshauptversammlung der SPD Memmelsdorf am 5. Januar 1930 gab Georg
Neuhöfer sein Amt als erste Vorsitzender, das er seit der Gründung innehatte, ab. Neuer
Vorsitzender wurde Johann Stöckert, der dann 1932 von Josef Neuhöfer abgelöst wurde.
Im Jahr 1932 zeichnete sich das Ende der Weimarer Republik ab. Ein Wahlgang nach dem
anderen löste sich ab. Es wurden der Reichspräsident sowie der Reichstag zweimal neu
gewählt. Die SPD in Memmelsdorf schloss jeweils mit den meisten Stimmen ab.
Der Reichstagsbrand vom 27. Februar 1933 wurde von den Nazis als willkommener Anlass
genommen, die politischen Gegner auszuschalten. Am 5. März 1933 fanden die letzten
freien Wahlen zum Deutschen Reichstag statt. Im Memmelsdorf wurde wie folgt gewählt:
SPD 226, BVP 167, NSDAP 135 und KPD 14 Stimmen. Die Merkendorfer wählten die BVP
mit 137 Stimmen, die SPD mit 73, die NSDAP mit 34 und die KPD mit 6 Stimmen. Einige
Tage später wurden das Gewerkschaftshaus und das SPD-Büro in Bamberg von der SA
besetzt. Am 2. Mai kam das Ende der freien Gewerkschaften, die SPD wurde offiziell am 22.
Juni verboten, in der Zwischenzeit waren viele Mandatsträger und Funktionäre in Schutzhaft
genommen worden. Die Demokratie in Deutschland hat aufgehört zu existieren.
Nach 1945
Am 12./13. April 1945 besetzten die Amerikaner Memmelsdorf. Für die Memmelsdorfer war
der Krieg vorbei. Nach dem Zusammenbruch des Nazi-Reiches war es notwendig, in allen
Bereichen des kommunalen Lebens, einen Neuanfang zu finden.
Von den Amerikanern wurden als Gemeinderäte der SPD eingesetzt: Johann Lappus, Georg
Neuhöfer, Georg Tuttor, Georg Pickel und Johann Stöckert.
Im Frühjahr 1946 nahm der SPD-Ortsverein Memmelsdorf nach der Zulassung durch die
Militärbehörden seine Arbeit wieder auf. Die ersten Vorstände wurden Johann Lappus und
wieder Georg Neuhöfer.
1948 fanden die ersten Gemeinderatswahlen statt. Mit Georg Winkler, dem „Kumerädla“,
begann eine beispiellose Zeit eines sozialdemokratischen Kommunalpolitikers, mit dessen
Namen die Memmelsdorfer SPD engstens verwachsen werden sollte. Der „Winklers
Schorsch“ war 25 Jahre im Gemeinderat und 10 Jahre als zweiter Bürgermeister tätig.
Daneben gehörten dem Gemeinderat aus der SPD-Vorschlagsliste an: Josef Fösel
(Bauunternehmer), August Schmelzing, Heinz Schmude (später: SPD-
Landesgeschäftsführer), Hans Stöckert und Fritz Jäckel.
Den Ortsvereinsvorsitz übernahm 1948 August Schmelzing. Es begann in der Aufbauzeit ein
reges Vereinsleben. Neben der politischen Arbeit fanden gesellige Treffen statt.
Kaffeekränzchen und gegenseitige Besuche von Frauengruppen waren sehr beliebt.
Beachtenswerte Wahlergebnisse bei Landtags- und Bundestagswahlen lohnen den oft
mühsamen Einsatz während der Wahlkämpfe.
1960 stellte die SPD Memmelsdorf, nachdem Georg Winkler in der vorgehenden
Wahlperiode nicht gewählt worden war, mit Paul Stöckert einen neuen
Bürgermeisterkandidat. Er konnte sich nicht durchsetzen, Bürgermeister blieb Hans Gick von
der CSU.
Die Ortsvereinsvorsitzenden seit den 60er Jahren
Zu Beginn der 60er Jahre wurde Paul Stöckert Vereinsvorsitzender und behielt das Amt bis
1979. Er kandidierte nicht mehr und wurde von Klaus Brockelmann abgelöst, der den Verein
für zwei Jahre bis zu seinem Wegzug aus Memmelsdorf leitete. Ihm folgte 1981 Harald
Hugel nach, der schon bisher viele Jahre in der Vorstandschaft mitgearbeitet hatte. Zwanzig
Jahre blieb Hugel erster Vorsitzender bis 2001. Er wurde für seine Verdienste zum
Ehrenmitglied ernannt. Von 2001 bis 2003 führte Erna Böhnlein-Britz den Ortsverein. 2003
wurde sie von Stephan Starost abgelöst, der 2006 wegen beruflicher Belastung zurücktrat.
Vom Frühjahr 2007 bis September 2009 führte Hugo Druck den Ortsverein. Als neuer
Vorsitzender wurde 2009 Dr. Frank Straßner gewählt, der auch für das Amt des
Bürgermeisters kandidierte. Nach der verlorenen Bürgermeisterwahl und anderen nicht
nachvollziehbaren Gründen trat Dr. Frank Straßner im März 2010 als
Ortsvereinsvorsitzender zurück. In der Jahreshauptversammlung am 23. April 2010 wurde
Manfred Schrauder als Vorsitzender gewählt. In der Jahreshauptversammlung am 29 April
2022 kandidierte er nicht mehr. Als neuer Vorsitzender wurde Stephan Pfeuffer gewählt. Auf ihn folgte im Jahr 2024 Stephan Starost.
Das Vereinsleben
Bis 1981 bestanden noch drei selbständige SPD-Ortsvereine in der 1972 geschaffenen
Großgemeinde, das waren Memmelsdorf, Merkendorf und Lichteneiche. Der kleine, aber
rührige Ortsverein Merkendorf schloss sich 1981 unter seinem Vorsitzenden Rolf Pickel dem
Memmelsdorfer Verein an. Der 1960 von aktiven Sozialdemokraten in der Lichteneiche
gegründete Ortsverein schloss sich 2003 ebenfalls dem Ortsverein Memmelsdorf an.
Vom 8. bis 10. Juli 1988 veranstaltete der Ortsverein das einhundertjährige Jubiläum der
SPD in Memmelsdorf. Als Festredner war der damalige Bundesvorsitzende der SPD Dr.
Hans-Jochen Vogel anwesend, der im vollbesetzten großen Festzelt die Festrede hielt und
der Memmelsdorfer SPD zu ihrem Jubiläum gratulierte.
Der SPD-Ortsverein Memmelsdorf legte schon immer großen Wert darauf, nicht nur
innerhalb der Partei zu wirken, sondern auch den Kontakt zur Bevölkerung zu suchen.
Zahlreiche öffentliche gesellige Veranstaltungen beflügelten das Vereinsleben.
Viele Jahre wurde ein Kellerfest am „Höhns Keller“ gefeiert. Seit 1987 fand im Juli in der
Mittelstraße ein Straßenfest statt. Seit vielen Jahren wurde bis 2009 das alljährliche
Sommerfest im Juli im Bauhof der Firma Fösel gefeiert. Seit 2010 war die Umgebung des
SVM-Sportheim der Veranstaltungsort des Sommerfestes. Obwohl die Örtlichkeit angenehm
war, litten die Feste immer mal wieder durch schlechtem Wetter und dem daraus sich
ergebenden mangelndem Zuspruch. Mit dem 35. Sommerfest im Jahr 2016 wurde die
alljährige traditionelle Veranstaltung beendet.
Seit vielen Jahren findet im Winter eine Winterwanderung mit anschließender Einkehr statt,
die jedes Jahr gern von den Mitgliedern und Freunden der SPD besucht wird.
Eine Zeit lang veranstaltete der Ortsverein „Gespräche über den Zaun“. Gemeinderäte und
Mitglieder des Vorstandes der SPD besuchten die Ortsteile und führten mit den Bürgern
Gespräche. Viele Anregungen aus der Bürgerschaft konnten im Gemeinderat vorgetragen
und behandelt werden.
Seit 1996 wird in unregelmäßigen Zeitabständen das Informationsblatt „Das Rote Echo“ in
der Gemeinde herausgebracht, das sich mit politischen Fragen, besonders mit
kommunalpolitischen Positionen der SPD Memmelsdorf befasst.
In der Ära Schrauder fanden immer wieder öffentlichen Veranstaltungen zu aktuellen
politischen Themen mit kompetenten Referenten statt.
Vor der Corona-Zeit bot der SPD-Ortsverein auch kulturelle Veranstaltungen statt. Einige
Jahre fanden Swing-Konzerte mit der Uni-Bigband Bamberg im Hof des Schlosses Seehof
statt, die gemeinsam mit dem SPD-OV Gundelsheim veranstaltet wurden.
Danach wurde zu Kabarettabende und anderen kulturellen Abenden eingeladen, die großen
Zuspruch bei der Bevölkerung erfahren haben.
Die Memmelsdorfer SPD - wichtige Stimme im Gemeinderat
Bei der Gemeinderatswahl 1960 zogen Hans Stöckert, Georg Winkler, Christian Hugel, Paul
Stöckert und Georg Bauer ein.
Bei den Gemeinderatswahl 1972 erreichte die SPD vier Mandate. Neu wurde Pankraz Pickel
aus Merkendorf in den Gemeinderat gewählt. Bei der Gemeinderatswahl 1978 zählte der
Gemeinderat fünf Mitglieder, die auf der SPD-Vorschlagsliste gewählt worden waren. Diese
fünf Sitze hielt die SPD auch bei der nächsten Wahl 1984 bei. Es waren dies: Paul Stöckert,
Harald Hugel, Hans Bauer, Erwin Beck und Josef Reissig. Bei der Wahl 1990 verlor die
Memmelsdorfer SPD einen Sitz, weil sich das Angebot an Kandidaten durch Listen aus den
Ortsteilen vergrößert hatte. Gemeinderäte wurden Harald Hugel, Erwin Beck, Hans Bauer
und Walli Hoffmann. Hans Bauer war 1990 bis zu seinem frühen Tod dritter Bürgermeister.
Seit 1996, bestätigt 2002, saßen Harald Hugel, Erwin Beck und Erna Böhnlein-Britz für die
SPD im Gemeinderat.
Bei der Gemeinderatswahl 2008 erhielt die SPD 14.600 Stimmen. Es wurden vier SPD-
Gemeinderäte gewählt. Neu hinzu kam Hugo Druck. Erna Böhnlein-Britz schied 2010 aus
beruflichen Gründen aus dem Gemeinderat aus. Als Nachrücker wurde Manfred Schrauder
als Gemeinderatsmitglied vereidigt. Diese vier Sitze konnten die Sozialdemokraten bis zur
jüngsten Wahl 2020 halten.
Bei der Gemeinderatswahl 2014 fielen 15.982 Stimmen auf die SPD-Liste. Hugo Druck,
Harald Hugel, Stephan Starost und Manfred Schrauder zogen in den Gemeinderat ein.
Bei der Gemeinderatswahl 2020 konnte die SPD-Liste ihren Stimmanteil auf 16.636 Stimmen
steigern. Es blieb bei den bisherigen Gemeinderäten.
Bürgermeisterwahlen
Nach 1945 stellte die SPD keinen Bürgermeister. Es gab immer mal wieder SPD-
Kandidaten, die sich aber ohne Erfolg zur Wahl stellten. Dies war 2014 anders. Die
Memmelsdorfer SPD stellte zur Bürgermeisterwahl mit Gerd Schneider zwar einen
kommunalpolitischen Neuling auf, der aber durch seine zupackende und
kommunikationsfreundliche Art versprach Chancen für das Bürgermeisteramt zu erhalten.
Das sahen die Memmelsdorfer Bürgerinnen und Bürger genauso.
Bei der Bürgermeisterwahl erhielt Gerd Schneider bei drei Bewerbern die meisten Stimmen
und in der Stichwahl erzielte er gegen einen Mitbewerber 2.086 Stimmen und wurde zum
Bürgermeister gewählt.
Bei der Wahl 2020 kandidierte Gerd Schneider wieder und erhielt als Sieger gegen einen
Mitbewerber 2.590 Stimmen und startete in die zweite Amtszeit.
Bundestagswahlen
Bei den Bundestagswahlen ist die SPD Memmelsdorf im Wahlkampf sehr aktiv.
Dies spiegelte sich in den Wahlergebnissen wider, die sich im Vergleich mit den anderen
Landkreisgemeinden sehen lassen konnten.
Seit der Bundestagwahl 2005 sahen die Ergebnisse in der Gemeinde Memmelsdorf bei den
Zweitstimmen wie folgt aus.
2005 1.453 Stimmen (25,4 %)
2009 843 Stimmen (15,8 %)
2013 1.155 Stimmen (22,5 %)
2017 980 Stimmen (17,4 %)
2021 1.073 Stimmen (18,5 %)
Landtagswahlen
Auch bei den Landtagswahlen ist die Memmelsdorfer SPD in einem aktiven Einsatz.
Beginnend mit der Landtagswahl 1990 sahen die Stimmenergebnis für die Gemeinde
Memmelsdorf wie folgt aus:
1990 1.104 Stimmen (24,3 %)
1994 1.254 Stimmen (27,2 %)
1998 1.388 Stimmen (28,8 %)
2003 746 Stimmen (17,5 %)
2008 679 Stimmen (15,6 %)
2013 885 Stimmen (19,1 %)
2018 437 Stimmen ( 8,4 %)
2023 388 Stimmen (7,3 %)
Verfasser: Hans Thierauf
Stand: November 2023
Quellen: Festschrift: „100 Jahre SPD-Memmelsdorf“, Bamberg 1988 und eigene Unterlagen.